{"id":21961,"date":"2024-02-06T09:00:00","date_gmt":"2024-02-06T08:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.act-translations.com\/sprache-in-der-hauptrolle\/"},"modified":"2024-07-30T10:27:10","modified_gmt":"2024-07-30T08:27:10","slug":"sprache-in-der-hauptrolle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.act-translations.com\/de-at\/sprache-in-der-hauptrolle\/","title":{"rendered":"Sprache in der Hauptrolle"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Film ist Sprache in bewegten Bildern. Und bei manchen Filmen ist die Sprache in der Hauptrolle. Unsere f\u00fcnf Filmempfehlungen f\u00fcr Menschen, die von Sprachen, von \u00dcbersetzungen fasziniert sind und die wissen, wie m\u00e4chtig das Wort und um wie viel m\u00e4chtiger das Missverst\u00e4ndnis sein kann.<\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00dcbersetzungsfehler: \u201eLost in Translation\u201c (2003)<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u201eFor relaxing times, make it Suntory time.\u201c \u2013 Bob Harris<\/p>\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FiQnH450hPM&amp;pp=ygUgbG9zdCBpbiB0cmFuc2xhdGlvbiB3aGlza3kgc2NlbmU%3D\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ein Film wie ein einziges Missverst\u00e4ndnis.<\/a> Bob, ein alternder Filmstar, verk\u00f6rpert vom einzigartigen Bill Murray, wird von einer japanischen Whiskeymarke als Testimonial verpflichtet. Eine Million US-Dollar Honorar lassen Bob vergessen, dass er eigentlich recht m\u00fcrrisch und gar nicht dazu aufgelegt ist, nach Japan zu reisen, um dort zu drehen. Doch Bob lernt an einer Tokioter Hotelbar Charlotte kennen, die junge Ehefrau eines Reisefotografen. Die beiden Protagonisten teilen ein Problem: Sie sprechen kein Wort Japanisch und die japanische Kultur mit ihrem strengen Reglement ist ihnen auch recht fremd. Wie problematisch das alles ist, wird sichtbar, als die Dolmetscherin am Set nur die H\u00e4lfte der Regieanweisungen \u00fcbersetzt und Bob so ungewollt den Zorn des japanischen Hipster-Produzenten auf sich zieht. Der wiederum spricht auch nur ein paar Brocken Englisch und unterbricht die Dreharbeiten immer wieder mit einem lauten \u201eCut do, Cut do!\u201c<\/p>\n\n<p>Doch das ist nicht das einzige Missverst\u00e4ndnis, in das die sprachliche Barriere Bob und auch Charlotte in \u201eLost in Translation\u201c f\u00fchrt. Im Film sammeln sich zahlreiche Missverst\u00e4ndnisse, komische Situationen und wachsende Frustration, die das Gef\u00fchl der Entfremdung und Isolation der Hauptfiguren widerspiegeln. Doch diese Isolation f\u00fchrt auch zu Sch\u00f6nem: Zwischen Bob und Charlotte, dargestellt von Scarlett Johansson, entspinnt sich eine Liebesbeziehung. Die nat\u00fcrlich in die Br\u00fcche geht, als Bob abreisen muss. \u201eIch will nicht weg\u201c, sagt Bob zu Charlotte. Und die antwortet: \u201eDann bleib! Bleib hier bei mir! Wir gr\u00fcnden eine Jazzband.\u201c Sch\u00f6ner l\u00e4sst sich die Trauer ob der Trennung kaum in Worte packen.<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=FiQnH450hPM&amp;pp=ygUgbG9zdCBpbiB0cmFuc2xhdGlvbiB3aGlza3kgc2NlbmU%3D\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><strong>\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong><\/a><strong><u><\/u><\/strong><\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Sprache in der Hauptrolle der Aliens: \u201eArrival\u201c (2016)<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u201eIf you could see your whole life from start to finish, would you change things? \u201c \u2013 Louise Banks<\/p>\n\n<p>W\u00e4hrend andere sich m\u00fchen, Franz\u00f6sisch oder Spanisch zu verstehen, steht die Linguistin Dr.\u00a0Louise Banks in \u201eArrival\u201c vor einer ungleich gr\u00f6\u00dferen Aufgabe: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=urcuxFQ9uyQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">eine au\u00dferirdische Sprache zu entschl\u00fcsseln und zu \u00fcbersetzen.<\/a> Die falsche \u00dcbersetzung kann da schnell mal schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und im schlimmsten Fall zum \u201eKrieg der Sterne\u201c f\u00fchren\u00a0&#8230; wobei nein, das war ja ein anderer Film. Auch wenn wir uns vielleicht nicht in diese Science-Fiction-Situation reinversetzen k\u00f6nnen, kann sich wohl jeder vorstellen, welche Konsequenzen solche Missverst\u00e4ndnisse haben k\u00f6nnten. Die Schwierigkeiten der Nuancen in Sprachen werden in einem Dialog aus dem Film besonders offenbar: \u201eWir wissen nicht, ob sie den Unterschied verstehen zwischen einer Waffe und einem Werkzeug.\u201c Wenn Sie nun wissen m\u00f6chten, ob den Aliens der Unterschied in der \u00dcbersetzung von Dr.\u00a0Louise Banks klar wurde, d\u00fcrfen wir Ihnen diesen Film sehr empfehlen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Einer versteht nur Bahnhof: \u201eThe Terminal\u201c (2004)<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u201eThis is my home. No, no. No, I must go home. \u201c \u2013 Viktor Navorski<\/p>\n\n<p>Man kann an vielen Orten stranden. Auf tropischen Inseln, in der letzten ge\u00f6ffneten Bar der Stadt. Aber es gibt wohl kaum einen Ort, an dem man so ungerne strandet wie auf einem Flughafen. Viele von uns kennen das, wenn man vier, f\u00fcnf Stunden auf einer Sitzbank kauert, weil der Flieger Versp\u00e4tung hat. Der Iraner Mehran Karimi Nasseri kannte das Gef\u00fchl auch. Nur besser. Er verbrachte die Zeit von August 1988 bis August 2006 wegen b\u00fcrokratischer Hemmnisse bei der versuchten Einreise nach Frankreich im Transitbereich des Flughafens Charles de Gaulle in Paris. Ja, Sie lesen richtig: Er lebte dort.<\/p>\n\n<p>Angelehnt an diese unglaubliche Geschichte ist der Film \u201eThe Terminal\u201c gedreht worden. Nasseri hei\u00dft in dem Film Viktor Navorski, gespielt von Tom Hanks. Anfangs spricht Navorski kaum Englisch, was wiederum den Aufenthalt auf dem Flughafen verl\u00e4ngert: Als ihm ein Mitarbeiter des Flughafens zu verstehen gibt, er m\u00fcsse nun angeben, dass er Angst h\u00e4tte, in sein Heimatland zur\u00fcckzukehren und deshalb Asyl beantrage, <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=l0XRRgrlXfo\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">versteht Navorski auf dem Flughafen nur Bahnhof.<\/a> Mit der Zeit muss er lernen, trotzt mangelnder sprachlicher F\u00e4higkeiten auf dem Flughafen zu \u00fcberleben und den Mitarbeiter:innen auch nonverbal klarzumachen, was er denn will.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit dem Latein(-Amerikanisch) am Ende: \u201eSpanglish\u201c (2004)<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u201eYou need to do something with your life, you need to get out of the street, stop bein&#8216; a gangsta, you have a child now, you need to be a father.\u201c<em> <\/em>\u2013<em> <\/em>Flor Moreno<\/p>\n\n<p>In \u201eSpanglish\u201c wird das Sprach-Chaos zwischen einer amerikanischen Familie und ihrer mexikanischen Haush\u00e4lterin zur Hauptattraktion. W\u00e4hrend die Haush\u00e4lterin Flor haupts\u00e4chlich in Spanisch kommuniziert, spricht die Familie Clasky, insbesondere die Mutter Deborah, fast ausschlie\u00dflich Englisch. Wie wir es aus den anderen Filmen in dieser Liste nun bereits kennen, entstehen auch hier wieder folgenreiche Missverst\u00e4ndnisse. Der Film m\u00f6chte die realen Herausforderungen von Einwander:innen widerspiegeln, die in einem fremden Land leben. Und wer muss das meiste ausbaden? Flors Tochter Christina, die sich mehr oder weniger gewollt als das Bindeglied zwischen den beiden Welten wiederfindet. Oh, und nat\u00fcrlich haben wir auch hier wieder eine versteckte Metapher: Die Sprache als Br\u00fccke zwischen Kulturen und Generationen.<\/p>\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bei \u00dcbersetzung Mord: \u201eThe Interpreter\u201c (2005)<\/strong><\/h2>\n\n<p>\u201eSilencio es muerte. Silence is death. \u201c \u2013 Silvia Broome<\/p>\n\n<p>Es ist ein Zufall. Zwei M\u00e4nner in einem halbdunklen Raum. Ein Fl\u00fcstern in einer selten gesprochenen Sprache. <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=12AsLh55gQU\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Eine junge Frau h\u00f6rt zuf\u00e4llig zu, wor\u00fcber sich die M\u00e4nner unterhalten.<\/a> In einer Sprache, die sie seit ihrer Kindheit kennt. Einer Sprache, die ihr vertraut ist. Doch diese beiden M\u00e4nner \u00a0haben nichts Gutes im Sinn. Es ist der Beginn einer Verschw\u00f6rung. Das widerf\u00e4hrt Silvia Broome, gespielt von Nicole Kidman, in dem Streifen \u201eDie Dolmetscherin\u201c. Broome ist Dolmetscherin bei den Vereinten Nationen in New York und wird so in ein Mordkomplott verwickelt, bei dem der korrupte Staatschef ihres Heimatlandes Matobo ermordet werden sollte. Regie-Altmeister Sydney Pollack hat ein Verwirrspiel geschaffen, bei dem Sprachen, ihre Bedeutungsvielfalt, bestimmte kulturelle Codes und Pr\u00e4gungen und die <a href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-at\/politische-uebersetzungen\/\">Schwierigkeiten der Diplomatie<\/a> den Rahmen bilden.<\/p>\n\n<p>Einer der Charaktere in dem Film sagt zum Beispiel dies hier: \u201eDas Gewehrfeuer um uns herum bet\u00e4ubt unsere Ohren. Doch die menschliche Stimme unterscheidet sich von anderen Ger\u00e4uschen. Sie vermag L\u00e4rm zu \u00fcbert\u00f6nen, so dass sie alles andere unter sich begr\u00e4bt\u00a0\u2013 selbst wenn sie nicht schreit\u00a0\u2013 selbst wenn sie nur ein Fl\u00fcstern ist. Selbst eine fl\u00fcsternde Stimme kann ganze Armeen \u00fcbert\u00f6nen, wenn sie die Wahrheit spricht.\u201c Die Macht der Verst\u00e4ndigung, verdichtet in einem packenden Thriller\u00a0\u2013 geradezu ein Pflichtfilm f\u00fcr Sprachjunkies.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Film ist Sprache in bewegten Bildern. Und bei manchen Filmen ist die Sprache in der Hauptrolle. 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