{"id":28260,"date":"2024-12-09T15:56:29","date_gmt":"2024-12-09T14:56:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.act-translations.com\/kulturelle-unterschiede-in-der-pressearbeit\/"},"modified":"2024-12-09T15:56:29","modified_gmt":"2024-12-09T14:56:29","slug":"kulturelle-unterschiede-in-der-pressearbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.act-translations.com\/de-at\/kulturelle-unterschiede-in-der-pressearbeit\/","title":{"rendered":"Internationale Pressearbeit: Diese kulturellen Unterschiede zu den USA sollten Sie kennen"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In den USA Fu\u00df zu fassen, ist das Ziel vieler Unternehmen. Eine Voraussetzung daf\u00fcr ist strategische Pressearbeit \u2013 und die unterscheidet sich in mancher Hinsicht deutlich von jener im deutschsprachigen Raum. Sieben Faktoren, die Sie kennen sollten, um auch die US-Presse zu \u00fcberzeugen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Die gute Nachricht zuerst: Amerikanische Journalist:innen ticken nicht grundlegend anders als europ\u00e4ische. Das Verh\u00e4ltnis zwischen Unternehmen, Presse und \u00d6ffentlichkeit gleicht jenem von anderen westlichen Demokratien. Und wer sich schon mit Zensur oder Korruption in vielen M\u00e4rkten der Welt herumschlagen musste, wird <a href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/profi-pressetexte-fuer-englische-zielgruppen\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/profi-pressetexte-fuer-englische-zielgruppen\/\">PR- und Pressearbeit in den USA<\/a> angenehm bekannt vorkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dennoch gibt es kulturelle Unterschiede, deren Kenntnis den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen kann. Unterschiede, die sich auch auf die Struktur und Formulierung von Pressetexten auswirken. Wir haben die sieben wichtigsten f\u00fcr Sie zusammengefasst.<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>\u00d6ffentlichkeitsarbeit und Journalismus sind deutlich getrennt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Viele Journalist:innen im deutschen Sprachraum wechseln im Laufe ihres Berufslebens die Seiten \u2013 und gehen oft in die Unternehmenskommunikation. Das hat zum einen mit der Erosion des Print-Journalismus zu tun, ist zum anderen aber auch Ausdruck einer gef\u00fchlten N\u00e4he: Die Arbeit von Pressesprecher:innen wird von vielen als eine Art Journalismus von der anderen Seite betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Sichtweise, die in den USA und \u00fcberhaupt im angels\u00e4chsischen Raum eher nicht geteilt wird. Die beiden Sph\u00e4ren begegnen einander mit Respekt, doch die Trennlinie ist klarer als in Europa. F\u00fcr Pressetexte und Pressekits bedeutet das: Von den Unternehmenskommunikator:innen wird nicht erwartet, journalistisch zu arbeiten und zu formulieren, sondern den Regeln der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu folgen, denen die Regeln des Journalismus komplement\u00e4r gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"2\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pressemitteilungen sind f\u00fcr Medien oft nur der erste Schritt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Vor allem im Fachjournalismus hat sich in Deutschland ein unangenehmer Effekt verbreitet: Pressemitteilungen von Unternehmen werden unver\u00e4ndert und unhinterfragt \u00fcbernommen. Das mag mit der Ausd\u00fcnnung der (Print-)Redaktionen zu tun haben und dem Zeitdruck in (Online-)Redaktionen, ist in vielen F\u00e4llen aber wohl der Tatsache geschuldet, dass auch journalistische Ethik schlechte Konjunktur hat.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Presseaussendung eins-zu-eins zu \u00fcbernehmen, gilt in den USA als absolutes No-Go. Noch schlimmer wird es, wenn Unternehmen dann ver\u00e4rgert nachfragen, warum der Text abge\u00e4ndert wurde \u2013 in Deutschland und \u00d6sterreich durchaus nicht selten. Auch in den USA sind Pressemitteilungen eine wichtige Informationsquelle f\u00fcr Journalistinnen und Journalisten, doch eher im Sinne einer Erstinformation, die fast immer um eigene Recherchen erweitert wird. Unternehmen sollten im Heimatland des investigativen Journalismus also auf jeden Fall mit R\u00fcckfragen rechnen, die durchaus kritisch ausfallen k\u00f6nnen. Und sie sollten darauf inhaltlich vorbereitet sein.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"3\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pressearbeit muss differenzierter erfolgen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Die Medienlandschaft der USA ist nicht nur deutlich gr\u00f6\u00dfer als jene in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, sie ist auch differenzierter. Sowohl online als auch im Print existieren hochspezialisierte Medien, die sich den gleichen Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln widmen. Daher ist ausgesprochen empfehlenswert, die Kommunikation sowohl inhaltlich als auch sprachlich an die jeweiligen Publikationen bzw. deren Zielgruppen anzupassen. Dazu geh\u00f6rt eventuell auch eine Adaption von Bild- und Videomaterial. Das schafft Mehrarbeit, wird sich aber lohnen.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"4\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Im Pressetext sollte das C-Level zu Wort kommen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Amerikanische Journalistinnen und Journalisten sind daran gew\u00f6hnt, relativ unkompliziert Zugang zum C-Level und zu anderen hohen Unternehmensebenen zu erhalten. Top-F\u00fchrungskr\u00e4fte wenden sich nicht selten aktiv und pers\u00f6nlich als Ansprechpartner:innen an die Medien und versorgen sie mit Neuigkeiten und Hintergrundinformationen. Der Aufbau und die Pflege von Beziehungen zu den Medien sind in den USA oft absolute Chefsache.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Kultur, die in deutschen Unternehmen noch immer sehr wenig verbreitet ist. Stattdessen wird Personalisierung oft durch in den Flie\u00dftext eingestreute Zitate in Pressemeldungen simuliert. Und diese haben oft sp\u00fcrbar eine lange Reise durch diverse Freigabeschleifen hinter sich. Die Folge sind inhaltsleere Zitate ohne jeden Nachrichtenwert, die schon in deutschen Redaktionen auf v\u00f6lliges Desinteresse sto\u00dfen, in den USA aber als Frechheit empfunden werden.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die erfolgreiche Pressearbeit bedeutet das: Die reine \u00dcbersetzung banaler Zitate in der Presseinformation reicht nicht aus, es geht um echte&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-at\/sprachdienstleistungen\/transkreation\/\"><u>Transcreation<\/u><\/a>. Liefern Sie den Redakteur:innen knackige Aussagen der F\u00fchrungsebene, die authentisch wirken, echten Mehrwert bieten und auch subjektive Meinungen transportieren d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"5\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Zahlen, Daten, Fakten: Sorgen Sie f\u00fcr maximale Transparenz in der Pressemeldung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Der US-amerikanische Journalismus stellt traditionell hohe Anspr\u00fcche an Transparenz. Medien erwarten, von Unternehmen \u00fcber den Versand von Presseinformationen oder \u00fcber Pressekonferenzen mit ausreichend Zahlen, Daten und Fakten versorgt zu werden, um sich ein eigenst\u00e4ndiges Bild machen zu k\u00f6nnen. Sie erwarten vor allem die umfassende Beantwortung der klassischen W-Fragen m\u00f6glichst schon im ersten Absatz des Pressetextes. Die verbreitete Zur\u00fcckhaltung vieler europ\u00e4ischer Unternehmen, transparent zu kommunizieren, sollte f\u00fcr die US-amerikanische Medienwelt hinterfragt werden. Die \u00dcbersetzung von Pressetexten muss also die \u00dcberpr\u00fcfung beinhalten, ob wirklich ausreichend Fakten genannt sind.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"6\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Pressetexte transportieren Fakten, keine Meinungen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Als britische und US-amerikanische Journalisten nach dem Zweiten Weltkrieg mithalfen, den deutschen und \u00f6sterreichischen Journalismus auf neue Beine zu stellen, fiel ihnen unter anderem eines unangenehm auf: Es gab am Standort keine Tradition, Meinung von Nachricht zu trennen. Eine Trennung, die im englischsprachigen Raum aber stark ausgepr\u00e4gt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Kommunikation mit diesen M\u00e4rkten sollten Sie beachten, dass Journalist:innen von Ihnen \u00fcberpr\u00fcfbare Fakten erwarten, sich ihre Meinung dazu aber selbst bilden wollen. Vice versa sind Unternehmen in den USA auch weniger d\u00fcnnh\u00e4utig, wenn Produkt oder Dienstleistung seitens der Medien kritisiert werden.<\/p>\n\n\n\n<ol start=\"7\" class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>PR in der<\/strong><strong>Krise: Nur wirksam, wenn sie unmittelbar erfolgt<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Sobald in amerikanischen Filmen oder Serien die Redaktion einer Tageszeitung auftaucht, kann man sicher sein, dass es \u00e4u\u00dferst hektisch zugeht. Die Breaking-News-Kultur ist allerdings nicht nur ein Klischee;&nbsp;Journalist:innen im englischsprachigen Raum sind daher auch seitens der Unternehmen ein hohes Kommunikations-Tempo gew\u00f6hnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und das betrifft vor allem die Krisenkommunikation. Hier reagieren US-Unternehmen in der Regel rascher und offensiver als die meisten europ\u00e4ischen Firmen. Die inhaltliche und sprachliche Zur\u00fcckhaltung, vor allem aber das Tempo deutscher Unternehmen in der Krisen-PR kommt in den USA sehr schlecht an. Im Krisenfall m\u00fcssen Sie also im Sinne des Rufs Ihres Unternehmens in der \u00d6ffentlichkeit maximal transparent kommunizieren und Ihre Reaktion \u00e4u\u00dferst schnell an den Presseverteiler versenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den USA Fu\u00df zu fassen, ist das Ziel vieler Unternehmen. Eine Voraussetzung daf\u00fcr ist strategische Pressearbeit \u2013 und die unterscheidet sich in mancher Hinsicht deutlich von jener im deutschsprachigen Raum. Sieben Faktoren, die Sie kennen sollten, um auch die US-Presse zu \u00fcberzeugen. 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