{"id":32455,"date":"2025-08-27T13:11:01","date_gmt":"2025-08-27T11:11:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.act-translations.com\/?p=32455"},"modified":"2026-02-23T09:30:46","modified_gmt":"2026-02-23T08:30:46","slug":"was-emojis-anderswo-bedeuten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/was-emojis-anderswo-bedeuten\/","title":{"rendered":"Die Bedeutung der Emojis: Warum jeder Smiley auch ein Symbol der Kultur ist"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Emojis galten lange als kindisch, doch mittlerweile sind sie sogar in der B2B-Kommunikation angekommen. Beim Social-Media-Marketing in Fremdsprachen muss man aber aufpassen: In verschiedenen Kulturen transportieren Emojis oft erstaunlich unterschiedliche Bedeutungen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber Emojis l\u00e4sst sich wunderbar streiten. Manche halten sie f\u00fcr den Untergang der abendl\u00e4ndischen Kultur, andere wollen in der digitalen Kommunikation keinen Satz formulieren, ohne sie einzusetzen. Doch ob man sie liebt oder hasst: Der Einsatz von Emojis, Smileys und Emoticons ist in den Social Media inzwischen ein etablierter Weg, Emotionen mit einem einzigen Symbol auszudr\u00fccken, ohne sie beschreiben oder erkl\u00e4ren zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das gilt nicht nur f\u00fcr \u201ejunge\u201c Plattformen wie Instagram, YouTube oder Reddit, sondern genauso f\u00fcr das tendenziell \u201eerwachsenere\u201c LinkedIn: Wer Social-Media-Marketing betreibt, kommt um Emojis selten herum. Und kann dabei in anderen L\u00e4ndern und Kulturen sehr schnell in die Falle laufen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Unterschiedliche Kulturen, verschiedene Bedeutung: Auch ein Emoji kann man \u00fcbersetzen<\/h2>\n\n\n\n<p>Als Erfinder gilt der Japaner Shigetaka Kurita, der 1999 aus Emoticons \u2013 also Bildsymbolen aus herk\u00f6mmlichen Satzzeichen&nbsp;\ud83d\ude42 \u2013 die ersten echten Piktogramme kreierte. Interessanterweise standen gleich am Beginn kulturelle Zweifel: Er habe angesichts der japanischen Wurzeln beim Entwerfen der Bildchen nicht erwartet, dass sich seine Idee in anderen L\u00e4ndern durchsetzen werde, erz\u00e4hlte Shigetaka Kurita sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p>Emojis sind ein gutes Beispiel f\u00fcr die Wichtigkeit sprachlicher Regionalit\u00e4t. Der Glaube, die Lingua Franca unserer Tage werde zu einer Nivellierung der Kommunikation f\u00fchren, <a href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/lokalisierung-auf-instagram-und-co\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/lokalisierung-auf-instagram-und-co\/\">hat sich zumindest zum Teil als Irrglaube erwiesen<\/a>. Eine ganze Reihe von Studien hat ergeben, dass Marketing in der jeweiligen Landessprache wirkungsvoller ist als auf Englisch als Fremdsprache. So zeigt etwa eine <u>Studie von CSA Research<\/u>, dass Menschen Marketing-Ma\u00dfnahmen auf ihrer eigenen Sprache deutlich positiver gegen\u00fcberstehen \u2013 mit klaren Folgen f\u00fcr Brand Image, Engagement in den Social Media und letztlich auch den Umsatz.<\/p>\n\n\n\n<p>Marketing-Ma\u00dfnahmen f\u00fcr Social Media \u00fcbersetzen zu lassen, lohnt sich also trotz der globalen Struktur der Plattformen. Wer dabei der Verwendung von Emojis besonderes Augenmerk schenkt, kann sicherstellen, dass es nicht zu unangenehmen Missverst\u00e4ndnissen kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Thumbs up!\u00a0\ud83d\udc4d<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der h\u00e4ufig verwendete Klassiker: Ein erhobener Daumen wird in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und den Amerikas als Symbol der Zustimmung verstanden. Emojis, die im Alltag \u00fcbliche Gesten darstellen, sind allerdings besonders gef\u00e4hrdet, missverstanden zu werden. Im Mittleren Osten, in Thailand, aber auch in Griechenland entspricht &#8222;Daumen nach oben&#8220; unserem ausgestreckten Mittelfinger. F\u00fcr das Markenimage also eher nicht f\u00f6rderlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>o.k.\u00a0\ud83d\udc4c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Zeichen, das in den meisten westlichen L\u00e4ndern eine \u00e4hnliche Bedeutung hat: Es ist in Ordnung, es ist perfekt! In L\u00e4ndern wie der T\u00fcrkei oder Brasilien verweist die Geste allerdings eher auf das Ende des Verdauungstrakts, ist also eine massive Beleidigung. Besonders \u00fcbel ist der Bedeutungswandel, den die Geste in den vergangenen Jahren politisch durchgemacht hat: Speziell in den USA werden die gestreckten Finger 3 bis 5 auch als \u201eW\u201c gelesen und Daumen und Zeigefinder als \u201eP\u201c \u2013 das Emoji zeigt in den Augen einschl\u00e4giger Kreise also \u201eWhite Power\u201c. Daher: H\u00e4nde weg von diesem Emoji!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Applaus\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Und noch ein Zeichen der Zustimmung, das missverst\u00e4ndlich sein kann: die klatschenden H\u00e4nde. In der westlichen Kultur ein eindeutiger Ausdruck des Lobes, in China allerdings eine Anspielung auf Geschlechtsverkehr.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Victory\u00a0\u270c\ufe0f<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angeblich hat Winston Churchill der Geste zum Durchbruch verholfen: dem Victory-Zeichen, das auch als Friedens-Zeichen interpretiert wird. Doch ausgerechnet im vereinigten K\u00f6nigreich, aber etwa auch in Australien, hat die Geste, wird sie mit dem Handr\u00fccken zum Gegen\u00fcber ausgef\u00fchrt, eine ganz andere Bedeutung: .<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Shaka-Hand\u00a0\ud83e\udd19<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der gute alte Surfer-Gru\u00df: Die Shaka-Hand wird gerne als besonders jugendliche \u201eAlles cool\u201c-Geste eingesetzt. W\u00e4hrend die Interpretation in Brasilien noch recht benachbart ausf\u00e4llt (\u201eNoch eine Runde!\u201c), kann sie in Japan f\u00fcr Verwirrung sorgen: Hier z\u00e4hlt man mit Daumen und Zeigefinger die Zahl Sechs.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dankbarkeit\u00a0\ud83d\ude4f<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein mehrdeutiges Emoji: Es kann als Zeichen der Dankbarkeit interpretiert werden oder als \u201eHigh five\u201c. In Japan d\u00fcrfte es \u00fcberwiegend als Bitte um Verzeihung verstanden werden \u2013 was die intendierte Aussage ziemlich stark ver\u00e4ndert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Winke-Hand\u00a0\ud83d\udc4b<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die winkende Hand bietet sich als Erg\u00e4nzung zur Abschiedsformel nat\u00fcrlich an. In asiatischen Kulturen kann sie aber danebengehen: \u201eDanke, mit dir will ich nichts mehr zu tun haben\u201c. \u00c4hnlich kann es der nicht-winkenden Hand \ud83d\udd90\ufe0f ergehen, zumindest in Griechenland. Die Moutza- oder Mountza-Geste hei\u00dft hier ganz einfach: \u201eHau doch ab!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Alkohol\u00a0<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Wer etwas zu feiern hat, st\u00f6\u00dft an. Eine europ\u00e4ische Selbstverst\u00e4ndlichkeit, die man hinterfragen kann, die aber in vielen Kulturen, vor allem islamisch gepr\u00e4gten, eher auf Unmut sto\u00dfen wird. Daher: Feiern Sie Emoji-technisch auf jeden Fall ohne Bier, Wein und Sekt!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tiere<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Zugegeben: Tier-Emojis kommen in der B2B-Kommuniaktion eher selten vor. Dennoch ist es gut, sich \u00fcber einige kulturelle Besonderheiten im Klaren zu sein. Hunde zum Beispiel gelten in islamisch gepr\u00e4gten Regionen als unrein. Auch in China kann die Darstellung eines Hundes als beleidigend empfunden werden. \u00dcber die Bedeutung von Schweinen muss im Zusammenhang mit Islam oder Judentum wohl nicht diskutiert werden. Ebenso \u00fcber flapsigen Umgang mit K\u00fchen \ud83d\udc04 in hinduistischen Gebieten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Emojis, Smileys, Ironie: Symbole in der Jugendkultur&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer Kinder im Teenager-Alter hat, kennt wahrscheinlich den Effekt: Jeder Versuch der Eltern, Begriffe aus der Jugendsprache zu verwenden, wird sofort rigoros abgestraft und als peinlich klassifiziert. Sind ein Wort oder eine Redewendung erst einmal auf einer Liste der Jugendworte des Jahres gelandet, kann man davon ausgehen, dass sie fortan strikt gemieden werden \u2013 so sie denn \u00fcberhaupt jemals verbreitet waren.<\/p>\n\n\n\n<p>Emojis sind ein wesentlicher Teil der Jugendkommunikation \u2013 sei es im Chat oder in den Social Media. Und f\u00fcr sie gilt das gleiche wie f\u00fcr die Sprache: Sie sind permanentem Wandel unterzogen, und dieser Wandel hat oft mit Abgrenzung von \u00e4lteren Generationen zu tun. Unternehmen, die in den Social Media junge Zielgruppen ansprechen wollen, m\u00fcssen daher verstehen, dass Jugendliche einige der beliebtesten Emojis manchmal ganz speziell \u201e\u00fcbersetzen\u201c. In den meisten F\u00e4llen werden sie ironisiert:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Tr\u00e4nen lachen \ud83d\ude02<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das klassische Emoji f\u00fcr Lachen und Freude ist eines der Opfer der Ironisierung. In der GenZ wird es mittlerweile gemieden und stattdessen oft durch den Totenkopf&nbsp;\ud83d\udc80 ersetzt. Man kann sich schlie\u00dflich auch totlachen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Daumen hoch \ud83d\udc4d, rollendes Gesicht \ud83d\ude43, l\u00e4chelndes Gesicht , K\u00fcsschen , Sterne \u2728\ud83e\udd29<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Symbolen der Zustimmung oder Begeisterung ergeht es ebenso: Sie werden in Chats und in den Social Media heute oft verwendet, um das selbst Geschriebene zu ironisieren oder aber dem Gegen\u00fcber klarzumachen, dass er oder sie einen alles andere als \u00fcberzeugt hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Schwei\u00dftropfen \ud83d\ude05<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Konzipiert war das Symbol als generelles Zeichen der Erleichterung oder der Freude. Genutzt wird es heute eher, um auszudr\u00fccken, dass man eine peinliche Situation gemeistert hat.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Aubergine \ud83c\udf46, Pfirsich \ud83c\udf51<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Auch Fr\u00fcchte k\u00f6nnen \u00fcberraschende Assoziationen ausl\u00f6sen. Vor allem die Emojis f\u00fcr Aubergine und Pfirsich werden angesichts ihrer Formen weithin als Anspielungen auf Sex verstanden. Daher Obacht bei der Emoji-Wahl!<\/p>\n\n\n\n<p>Emojis unterliegen permanentem Bedeutungswandel. Hier den \u00dcberblick zu behalten, ist nicht immer einfach. F\u00fcr Marketer:innen, die international agieren, empfiehlt sich daher, immer wieder zu checken, ob die Lokalisierung ihrer Social-Media-Ma\u00dfnahmen noch den aktuellen Entwicklungen entspricht. Wer mehr \u00fcber die Entwicklung der vom Unicode-Konsortium anerkannten Emojis und ihrer Bedeutungen erfahren m\u00f6chte,\u00a0wird etwa bei der <a href=\"https:\/\/emojipedia.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"><u>emojipedia<\/u><\/a> f\u00fcndig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir w\u00fcnschen jedenfalls viel \ud83d\udc4d und viel \ud83e\udd19!<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Sinne: \ud83d\udc4b<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Emojis galten lange als kindisch, doch mittlerweile sind sie sogar in der B2B-Kommunikation angekommen. Beim Social-Media-Marketing in Fremdsprachen muss man aber aufpassen: In verschiedenen Kulturen transportieren Emojis oft erstaunlich unterschiedliche Bedeutungen. \u00dcber Emojis l\u00e4sst sich wunderbar streiten. 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