{"id":35416,"date":"2026-06-15T11:04:43","date_gmt":"2026-06-15T09:04:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.act-translations.com\/?p=35416"},"modified":"2026-07-03T11:15:19","modified_gmt":"2026-07-03T09:15:19","slug":"geschichte-der-uebersetzungstechnologie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/geschichte-der-uebersetzungstechnologie\/","title":{"rendered":"Technologie: Eine kleine Geschichte der maschinellen \u00dcbersetzung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndert die \u00dcbersetzungsbranche drastisch. Sie ist allerdings bei weitem nicht die erste Technologie, die das geschafft hat. Wie sich professionelle \u00dcbersetzung immer wieder neu erfunden hat und warum der Mensch dabei der entscheidende Faktor bleibt. Ein \u00dcberblick.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie \u00fcbersetzen oder kopieren Zeile f\u00fcr Zeile. Mit Tintenfass und G\u00e4nsefeder. Wenn notwendig, auch im Kerzenschein und mit Lupe. Jedenfalls aber mit unglaublicher Geduld. Die Franziskanerm\u00f6nche, die Umberto Eco in \u201eDer Name der Rose\u201c beschreibt \u2013 und die Jean-Jacques Annaud auf die Leinwand bringt \u2013, m\u00fcssen Fehler unbedingt vermeiden, denn die lassen sich nur mit sehr viel Aufwand ausbessern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umberto Ecos M\u00f6nche m\u00fchen sich im Jahr 1327 ab, aber sie stehen in einer Jahrhunderte alten Tradition: Schon in der Antike entstehen \u00dcbersetzungen auf diese Weise, und bis weit ins 20. Jahrhundert \u00e4ndert sich daran h\u00f6chstens, dass Beleuchtung, Schreibger\u00e4t und Brillen sukzessive besser werden. Der Buchdruck sorgt zwei Jahrhunderte sp\u00e4ter in Europa daf\u00fcr, dass W\u00f6rterb\u00fccher und Lexika beginnen, die Arbeit zu unterst\u00fctzen, doch die gro\u00dfen Fortschritte geschehen erst viel sp\u00e4ter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Das 20. Jahrhundert: \u00dcbersetzung bleibt noch lange Handarbeit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbersetzung bleibt auch im 20. Jahrhundert eine \u201eanaloge\u201c T\u00e4tigkeit. Ein langsamer, hochkonzentrierter Prozess. Die Ausgangstexte liegen gedruckt oder handschriftlich vor, die Zieltexte werden mit der Hand oder auf der Schreibmaschine erstellt. Wer professionell \u00fcbersetzt, nutzt W\u00f6rterb\u00fccher, Fachlexika f\u00fcr bestimmte Branchen, vielleicht auch selbst angelegte Glossare in Ordnern oder Karteik\u00e4sten. F\u00fcr ein einziges Wort bl\u00e4ttern \u00dcbersetzer:innen oft durch mehrere B\u00e4nde, bis sie eine passende Bedeutung finden. Recherche bedeutet nicht, einen Suchbegriff einzugeben, sondern \u00fcber Register und Verweise zu arbeiten, h\u00e4ufig auch mit Quellen aus Bibliotheken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Herausforderungen liegen auf der Hand: Jede Recherche kostet Zeit, und Zeit bedeutete Honorar- oder Projektkosten. Konsistenz ist in erster Linie eine Frage des Ged\u00e4chtnisses und der eigenen Notizen. Wenn mehrere Personen f\u00fcr denselben Kunden arbeiten, m\u00fcssen sie sich aktiv abstimmen, um Terminologie und Tonalit\u00e4t konsistent zu halten. Eine zentrale Datensammlung gibt es nicht, stattdessen entstehen pers\u00f6nliche \u201eWissensinseln\u201c: \u00dcbersetzer:innen haben jeweils eigene Systeme aus Zetteln, Markierungen und Merkhilfen. Was komplett fehlt, ist Skalierbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die PC-Revolution: Technologie ver\u00e4ndert das \u00dcbersetzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Verbreitung der Personal Computer ab Anfang der 1990er-Jahre \u00e4ndert sich alles. Noch gibt es aber weder \u00dcbersetzungssoftware oder Internet \u2013 die Revolution hat einen anderen Namen: Textverarbeitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anwendungen wie Word oder seine Vorg\u00e4nger machen es m\u00f6glich, Texte zu speichern, zu kopieren, zu verschieben und zu \u00fcberarbeiten, ohne Papierstapel zu produzieren. Tippfehler k\u00f6nnten korrigiert werden, ohne eine ganze Seite neu zu schreiben. Versionen lassen sich als Dateien aufbewahren statt in dicken Ordnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel dazu entstehen die ersten digitalen W\u00f6rterb\u00fccher und Lexika, zun\u00e4chst als CD-ROM, sp\u00e4ter auch online. F\u00fcr \u00dcbersetzer:innen bedeutet das einen enormen Geschwindigkeitsgewinn. Pl\u00f6tzlich reicht eine Stichwortsuche, um in Sekunden zu relevanten mehrsprachigen Eintr\u00e4gen zu kommen. Spezialisierte Fachlexika werden digitalisiert, und Suchfunktionen erlauben, mehrere Stichw\u00f6rter zu kombinieren und Querverweise schneller zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dieser Phase entstehen auch erste Datenbanken mit Fachbegriffen, oft noch auf Projekt- oder Unternehmensbasis. Sie erm\u00f6glichen, die f\u00fcr bestimmte Kunden bevorzugten Begriffe abzuspeichern. Allerdings fehlt noch, was sp\u00e4ter als Translation Memory bekannt wird. Datenbanken speichern meist nur einzelne W\u00f6rter oder kurze Phrasen, nicht aber ganze \u00dcbersetzungseinheiten inklusive Kontext.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Auswirkungen auf Geschwindigkeit und Fehleranf\u00e4lligkeit sind deutlich: Texte lassen sich schneller \u00fcberarbeiten, Tippfehler werden von Rechtschreibpr\u00fcfungen gefunden, und dank elektronischer Nachschlagewerke k\u00f6nnen viele Begriffe effizienter recherchiert werden. Gleichzeitig bleibt der Prozess aber stark linear: Der Ausgangstext wird von oben nach unten \u00fcbersetzt, jede Formulierung entsteht im Moment des Schreibens neu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>CAT-Tools und Translation Memory: \u00dcbersetzungstechnologie macht enorme Fortschritte<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der n\u00e4chste gro\u00dfe Schritt ist CAT. Computer-Aided Translation macht sich ein Prinzip zunutze, das heute ganz selbstverst\u00e4ndlich ist: Texte werden in kleine Einheiten, meist S\u00e4tze oder satz\u00e4hnliche Segmente, zerlegt. F\u00fcr jedes Segment wird die Zielsprachfassung gespeichert. Entsteht sp\u00e4ter ein \u00e4hnlicher oder identischer Satz, schl\u00e4gt das Tool die bereits vorhandene \u00dcbersetzung vor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Sammlung von Segmentpaaren wird Translation Memory genannt. Sie wirkt wie das Langzeitged\u00e4chtnis eines \u00dcbersetzungsb\u00fcros. Wann immer wiederkehrende Formulierungen auftauchen \u2013 beispielsweise in Produktbeschreibungen, Bedienungsanleitungen oder Hilfeartikeln \u2013 kann das System auf vorhandene \u00dcbersetzungen zur\u00fcckgreifen. F\u00fcr Unternehmen bedeutet das konsistentere Texte, f\u00fcr \u00dcbersetzer:innen weniger Redundanz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine wichtige Erg\u00e4nzung dazu sind Termdatenbanken. Sie speichern bevorzugte Fachbegriffe, Produktnamen, rechtlich relevante Formulierungen oder Stilvorgaben. W\u00e4hrend das Translation Memory ganze S\u00e4tze oder Segmente kennt, sorgt die Terminologiedatenbank daf\u00fcr, dass innerhalb dieser S\u00e4tze immer dieselben Fachbegriffe verwendet werden.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group has-text-color has-background is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\" style=\"color:#000000;background-color:#ffffff\">\n<div style=\"height:35px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-center\" id=\"schedule-a-visit\" style=\"line-height:1.15\">Buchen Sie eine kostenlose Erstanalyse<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-center wp-block-paragraph\">Nutzen Sie unsere <strong>kostenlose<\/strong> Erstanalyse im Wert von 900\u20ac f\u00fcr Ihr n\u00e4chstes \u00dcbersetzungsprojekt. Wir zeigen Ihnen Sparpotenziale und die Optimierung von \u00dcbersetzungsprozessen auf.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons has-custom-font-size is-horizontal is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-4effdc6a wp-block-buttons-is-layout-flex\" style=\"font-size:15px\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-width wp-block-button__width-50 is-style-fill\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-background has-custom-font-size wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/sofortangebot\/\" style=\"border-radius:14px;color:#ffffff;background-color:#8ebb33;font-size:17px\"><strong>Kostenlose Erstanalyse anfordern<\/strong><\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div style=\"height:35px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Maschinelle \u00dcbersetzung: Von Regeln zu neuronalen Netzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Parallel zur Entwicklung von CAT-Tools r\u00fcckt ein alter Traum in Reichweite: die \u00dcbersetzung durch Maschinen. Die fr\u00fchen Systeme arbeiten regelbasiert. Linguist:innen und Informatiker:innen formulieren Grammatik- und Wortschatzregeln, die das System Schritt f\u00fcr Schritt anwendet. Zu Beginn sind diese Ans\u00e4tze eher Proof of Concept: Die Ergebnisse sind noch ziemlich holprig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sp\u00e4ter folgen statistische Systeme, die gro\u00dfe Mengen zweisprachiger Texte analysieren und daraus Wahrscheinlichkeiten ableiteten. An die Stelle fester Regeln traten also statistische Muster. Das verbessert die Qualit\u00e4t der \u00dcbersetzung sichtbar, bleibt aber anf\u00e4llig f\u00fcr ungew\u00f6hnliche Formulierungen und eigenartige Satzstrukturen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Den gr\u00f6\u00dften Sprung bringt die neuronale <a href=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/uebersetzungstechnologie-einfach-erklaert\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.act-translations.com\/de-de\/uebersetzungstechnologie-einfach-erklaert\/\">Maschinelle \u00dcbersetzung<\/a>. Hier werden k\u00fcnstliche neuronale Netzwerke trainiert, die Zusammenh\u00e4nge im Text besser erfassen k\u00f6nnen. Die Ergebnisse der Maschinellen \u00dcbersetzung wirken fl\u00fcssiger, nat\u00fcrlicher und oft erstaunlich nah an menschlichen Entw\u00fcrfen. Die Wahrnehmung hat sich dadurch stark ver\u00e4ndert. Was fr\u00fcher als \u201ekaum brauchbar\u201c galt, wird heute vielerorts als \u201eerstaunlich gut \u2013 wenn auch nicht perfekt\u201c erlebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Differenzierung der Einsatzgebiete<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen einer Roh\u00fcbersetzung von Large Language Models und einem professionell bearbeiteten Text bleibt allerdings eine breite L\u00fccke bestehen. Maschinelle Roh\u00fcbersetzungen sind f\u00fcr interne Zwecke, zur schnellen Orientierung oder zur groben Inhaltserschlie\u00dfung geeignet. F\u00fcr hochwertige Kommunikation, juristisch relevante Dokumente oder Texte mit klarer Markenbotschaft reicht diese Form der Genauigkeit in der Regel nicht aus. Hier kommt das Post-Editing ins Spiel: \u00dcbersetzer:innen bearbeiten maschinelle Vorschl\u00e4ge, korrigieren Fehler, passen Stil, Terminologie und Tonalit\u00e4t an und sorgen daf\u00fcr, dass der Text nicht nur formal, sondern auch inhaltlich und kulturell stimmig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einsatzgebiete entstehen entlang dieser Unterscheidung. F\u00fcr gro\u00dfe Volumina mit begrenztem Budget oder f\u00fcr interne Kommunikation kann Machine Translation mit professionellem Post-Editing (MTPE) eine wirtschaftliche Option sein. Bei Markenkommunikation, Marketingtexten, rechtlichen Inhalten oder medizinischer Fachkommunikation wird ein h\u00f6heres Ma\u00df an menschlicher Kontrolle ben\u00f6tigt. Dort steht die Verantwortung f\u00fcr die Wirkung und Richtigkeit des Textes im Vordergrund und macht somit eine Human\u00fcbersetzung unverzichtbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Status-quo: Ein prall gef\u00fcllter Werkzeugkoffer f\u00fcr \u00dcbersetzer:innen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In modernen \u00dcbersetzungsb\u00fcros findet heute ein Zusammenspiel verschiedener Technologien statt. Der typische Ablauf beginnt mit einer Analyse des eingehenden Textes. CAT-Tools pr\u00fcfen, welche Anteile bereits in bestehenden Translation Memories vorhanden sind, wie viele Wiederholungen es gibt und welche Teile v\u00f6llig neu sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf dieser Grundlage lassen sich Aufwand und Vorgehen planen. Je nach Textsorte und Anforderungen kann zus\u00e4tzlich maschinelle \u00dcbersetzung eingebunden werden. Das System liefert Vorschl\u00e4ge, die direkt im CAT-Tool angezeigt werden. \u00dcbersetzer:innen sehen dann nebeneinander den Ausgangstext, m\u00f6gliche Vorschl\u00e4ge aus dem Translation Memory und eine maschinelle Vor\u00fcbersetzung in die Zielsprache. Auf dieser Basis entscheiden sie, ob sie einen Vorschlag \u00fcbernehmen, anpassen oder lieber neu formulieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fr\u00fchere \u00dcbersetzungen und hinterlegte Terminologie werden so zu einer Datenbasis, die die Qualit\u00e4t Schritt f\u00fcr Schritt verbessert. Jede abgeschlossene \u00dcbersetzung erweitert das Translation Memory. Jede freigegebene Terminologie-Einheit erh\u00f6ht die Konsistenz in k\u00fcnftigen Projekten. Aus einzelnen Projekten entsteht \u00fcber die Zeit ein sprachliches Profil, das zum jeweiligen Kunden passt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterst\u00fctzt wird dieser Prozess durch spezialisierte QA-Tools. Sie pr\u00fcfen automatisch Zahlen, Datumsformate, Tags, Referenzen und andere formale Aspekte. Sie k\u00f6nnen feststellen, ob alle Zahlen korrekt \u00fcbernommen wurden, ob Formatierungen konsistent sind und ob bestimmte verbotene Begriffe verhindert werden. Die inhaltliche und stilistische \u00dcbersetzungsqualit\u00e4t bleibt Aufgabe der Menschen, aber viele potenzielle Fl\u00fcchtigkeitsfehler lassen sich automatisiert auffangen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Grenzen der Maschine: Warum der Mensch nicht ersetzbar ist<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz beeindruckender Fortschritte gibt es Bereiche, in denen Technologie an ihre Grenzen st\u00f6\u00dft. Sprache transportiert nicht nur Informationen, sondern immer auch Tonalit\u00e4t, kulturelle Anspielungen, Zielgruppenwissen und Emotionen. Maschinen k\u00f6nnen Muster erkennen und Wahrscheinlichkeiten berechnen, sie haben jedoch kein eigenes Verst\u00e4ndnis von Kontext im menschlichen Sinn.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade bei mehrdeutigen Formulierungen, bei Ironie, Humor oder kulturell sensiblen Inhalten entscheidet h\u00e4ufig ein feines Gesp\u00fcr daf\u00fcr, wie ein Text bei Leser:innen ankommt. \u00dcbersetzer:innen w\u00e4hlen nicht nur W\u00f6rter aus, sondern gestalten eine Botschaft. Sie ber\u00fccksichtigen Branchenspezifika, Erwartungen der Zielgruppe und die Rolle, die ein Text in der Gesamtkommunikation eines Unternehmens spielt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch Markenbotschaften lassen sich nur begrenzt automatisieren. Eine Marke lebt von ihrer Tonalit\u00e4t, von wiederkehrenden Bildern und einem eigenen Stil. Diese Elemente erfordern Entscheidungen, die \u00fcber das statistisch Naheliegende hinausgehen. Technologie kann unterst\u00fctzen, Vorschl\u00e4ge liefern und auf Konsistenz achten. Die strategische Ausrichtung und die bewusste Feinabstimmung bleiben jedoch menschliche Aufgaben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausblick: Wohin entwickelt sich die \u00dcbersetzungstechnologie?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entwicklung der \u00dcbersetzungstechnologie wird auch in den kommenden Jahren dynamisch bleiben. Absehbar ist eine noch bessere Integration der Werkzeuge. CAT-Tools, maschinelle \u00dcbersetzung, Terminologiemanagement und Projektmanagement werden enger zusammenwachsen. Prozesse, die heute noch manuell angesto\u00dfen werden, lassen sich teilweise automatisieren: von der Analyse eingehender Dateien \u00fcber das Routing an passende Sprachteams bis hin zu Freigabe- und Qualit\u00e4tsworkflows.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig ist eine st\u00e4rkere Spezialisierung zu erwarten. Systeme werden f\u00fcr bestimmte Dom\u00e4nen, Textsorten oder Branchen optimiert. Je homogener die Datenbasis, desto besser k\u00f6nnen statistische und neuronale Verfahren arbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus ergibt sich ein weiterer Schl\u00fcssel: Datenqualit\u00e4t. Bestehende \u00dcbersetzungen, sauber gepflegte Terminologiedatenbanken und konsistente Stilvorgaben bilden die Grundlage f\u00fcr gute technische Unterst\u00fctzung. Schlechte oder uneinheitliche Daten f\u00fchren dagegen zu Vorschl\u00e4gen, die mehr Arbeit verursachen als einsparen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Geschichte der \u00dcbersetzungstechnologien zeigt damit vor allem eines: Fortschritt entsteht dort, wo Technik und menschliches Urteilsverm\u00f6gen zusammenwirken \u2013 im Skriptorium ebenso wie im digitalen \u00dcbersetzungsb\u00fcro von heute.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zeitleiste: Die Geschichte der \u00dcbersetzungstechnologie im \u00dcberblick<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> Antike bis ~1327<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Handschriftliche \u00dcbersetzung: M\u00f6nche und Schreiber kopieren und \u00fcbersetzen Texte per Hand, mit G\u00e4nsefeder und Tintenfass.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> Ab dem 15. Jahrhundert<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Buchdruck in Europa: W\u00f6rterb\u00fccher und Lexika beginnen, die \u00dcbersetzungsarbeit zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> 20. Jahrhundert (bis 1980er Jahre)<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbersetzung bleibt analog: Ausgangstexte auf Papier, Zieltexte per Hand oder Schreibmaschine; Recherche \u00fcber gedruckte Fachlexika und Bibliotheken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> Anfang der 1990er Jahre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">PC-Revolution und Textverarbeitung: Anwendungen wie Word erm\u00f6glichen digitales Schreiben, Speichern und Bearbeiten von Texten; erste digitale W\u00f6rterb\u00fccher erscheinen auf CD-ROM.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u25b6<strong>Ab Mitte der 1990er Jahre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CAT-Tools und Translation Memory: Texte werden in Segmente zerlegt, \u00dcbersetzungen gespeichert und wiederverwendet; Termdatenbanken sichern terminologische Konsistenz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> 2000er Jahre<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Statistische maschinelle \u00dcbersetzung: Systeme analysieren gro\u00dfe zweisprachige Textmengen und leiten daraus \u00dcbersetzungswahrscheinlichkeiten ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> Ab ~2016<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Neuronale maschinelle \u00dcbersetzung (NMT): K\u00fcnstliche neuronale Netze erzeugen fl\u00fcssigere, nat\u00fcrlichere \u00dcbersetzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u25b6<\/strong><strong> Heute<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Integrierte Workflows: Maschinelle \u00dcbersetzung, Terminologiemanagement und QA-Tools arbeiten zusammen; Post-Editing durch menschliche \u00dcbersetzer:innen bleibt zentraler Qualit\u00e4tsfaktor.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>K\u00fcnstliche Intelligenz ver\u00e4ndert die \u00dcbersetzungsbranche drastisch. 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