Ausgestorbene Sprachen: Von Asterix zu den Indianern

Laura Mangels
A.C.T. GmbH

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Ein Blick in die Vergangenheit und die Zukunft

Nicht nur unsere Welt ist im Wandel, Sprachen sind es auch. Laut Ethnologue, einer Website, die sich mit der Erforschung von Sprachen beschäftigt, gibt es weltweit 7.151 Sprachen. Die Hälfte der Weltpopulation verteilt sich dabei auf lediglich 23 Sprachen. Die restliche Population spricht hauptsächlich Minderheiten-Sprachen. 

Das hat weitreichenden Folgen: Knapp 40 % aller Sprachen werden als gefährdet eingestuft. Bis Ende des 21. Jahrhunderts sollen laut UNESCO nur noch rund die Hälfte der Sprachen existieren. Einige Anthropologen prognostizieren sogar, dass nur 100 Sprachen überleben werden. Doch welche Sprachen werden nicht mehr gesprochen, welches sind bedrohte Sprachen und was ist der Grund hierfür?

Warum sterben Sprachen aus?

Zunächst die wichtigste Frage: Was sind überhaupt ausgestorbene Sprachen? Als solche wird jede Sprache bezeichnet, die keine Sprecher:innen mehr hat. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Krieg, Verfolgung oder Naturkatastrophen können ganze Sprachherde auslöschen. Manche Menschen wandern aus und gehen freiwillig oder unfreiwillig in eine andere Sprachgemeinschaft über.

Viele indigene Sprachen werden nur in mündlicher Form überliefert, eine Schriftform gibt es nicht. Oft sprechen nur noch ältere Menschen die Sprache. Wenn sie nicht an die jüngeren Generationen weitergegeben wird, stirbt die Sprache mit dem Tod des letzten Mitgliedes einer Sprachgemeinschaft aus. Nach der Besiedelung von Australien und Amerika starben Hunderte indigene Sprachen aus. Dies ist insbesondere tragisch, da mit den Wörtern oftmals auch die Kultur verschwindet.

In der heutigen Zeit trägt zudem die Globalisierung und die Dominanz der englischen Sprache zum Sprachensterben bei. Um am globalen Handeln teilnehmen zu können, müssen die Hauptsprachen beherrscht werden. Minderheitensprachen verlieren an Bedeutung.

Übrigens sind Latein oder Altgriechisch keine ausgestorbenen Sprachen, sondern sogenannte tote Sprachen. Dies sind die historischen Vorläufer heutiger Sprachen.

Doch welche Sprachen sind bereits ausgestorben und welche sind in Zukunft vom Aussterben bedroht?

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Top 5 der ausgestorbenen Sprachen

Alle ausgestorbenen Sprachen zu nennen, würde den Rahmen dieses Blogs sprengen, daher schauen wir uns eine kleine Auswahl interessanter ausgestorbener Sprachen genauer an.

Gallisch

Die Gallier sind dank Asterix und Obelix weltweit bekannt. Wie auch im Comic war Gallisch in Teilen des heutigen Frankreichs sowie in der Schweiz am Oberrhein und Norditalien verbreitet. Die keltische Sprache nutzte zunächst griechische Schriftzeichen und wechselte zum lateinischen Alphabet nach Ankunft der Römer. Im 3. Jahrhundert nach Christus verliert sich die Sprachspur, sie wurde vermutlich komplett durch die lateinische Sprache ersetzt.

Burgundisch

Der Untergang der burgundischen Sprache ist ein typisches Beispiel von Verfolgung und Verdrängung. Die Burgunden siedelten sich ab dem 1. Jahrhundert nach Christus in Teilen des heutigen Deutschlands an. Im 5. Jahrhundert tötete der römische Herrscher Flavius das burgundische Herrschergeschlecht sowie 20.000 Burgunden. Die übrigen Sprecher:innen wurden umgesiedelt, was den Untergang dieser germanischen Sprache besiegelte.

Burgundisch ist eine Trümmersprache, nur wenige Worte und Inschriften sind überliefert worden, sodass die Sprache nicht komplett rekonstruiert werden kann. Sie weist jedoch teilweise Merkmale ostgermanischer Sprachen auf.

Slowinzisch

Diese westslawische Sprache starb erst im 20. Jahrhundert aus und ist somit relativ jung. Slowinzisch wurde entlang der Ostseeküste in Pommern und nordöstlich der Elbe gesprochen. Das Interessante ist, dass die slowinzische Sprache nie als Schriftsprache verwendet wurde. Erst kurz vor ihrem Aussterben wurde sie in lautschriftlich-kodifizierter Form verewigt.

Eyak 

Die „Wörter des Volkes“, wie Eyak übersetzt heißt, war eine nordamerikanische Na-Dené-Sprache, die im südlichen Alaska gesprochen wurde. Nicht nur die steigende Dominanz der englischen Sprache führte zu ihrem Aussterben. Mit der wachsenden Verbreitung des indigenen Volks Tlingit, mischten sich beide Kulturen, bis Eyak-Sprecher:innen schließlich ganz in die Sprachgemeinschaft der Tlingit übergingen. Die letzte Eyak-Sprecherin starb im Jahr 2008.  

Sumerisch

Die älteste Schriftsprache der Welt ist das Sumerische. Sie ähnelte keiner anderen Sprache und wird daher als linguistisch isoliert bezeichnet. Im 3. Jahrtausend vor Christus wurde sie in Vorderasien, dem sogenannten Südmesopotamien gesprochen. Obwohl sie ab 1700 vor Christus als gesprochene Sprache ausgestorben war, diente sie für weitere 1600 Jahre als Gelehrtensprache für Religion, Wissenschaft und Literatur.

Ein Blick in die Zukunft: Aussterbende Sprachen

UNESCOs Sprachenatlas für gefährdete Sprachen unterscheidet sechs Kategorien: Von „potenziell gefährdet“, wobei die Sprache keine Amtssprache ist, aber von der jüngeren Generation noch gesprochen wird, bis hin zu „kritisch gefährdet“, wobei selbst die ältere Generation die Sprache nicht mehr spricht. Hierzu zählen insbesondere indigene Sprachen in Nord- und Mittelamerika sowie jene in Afrika. In Mexiko allein sind 64 von 68 Sprachen gefährdet. In Neuguinea, das aufgrund seiner geografischen Insolation von einzelnen Stämmen eine sehr hohe Sprachdichte von über 1000 unterschiedlichen Sprachen aufweist, ist der Großteil vom Aussterben bedroht.

Allerdings muss man nicht unbedingt zu weit entfernten Kontinenten reisen, um stark gefährdete Sprachen vorzufinden. Die Anzahl der Sprecher:innen des Ostfriesischen liegt bei nur knapp 1000 Personen. Selbst das über tausend Jahre alte Jiddisch, obwohl noch von 3 Millionen Menschen gesprochen, wird kaum noch an die jüngere Generation weitergegeben. Seine sprachliche Zukunft ist ungewiss.

Wie können Sprachen vom Aussterben bewahrt werden?

Um Sprachen zu erhalten, müssen wir sie unterrichten und dokumentieren. Insbesondere junge Generationen müssen in Form von Medien, Büchern und anderen Unterhaltungsmitteln für die Sprache motiviert werden. Irland hat einen wichtigen Schritt in Richtung Spracherhaltung getan, indem es Irisch als Pflichtfach an den Schulen eingeführt hat.

Immer wieder gibt es Versuche, ausgestorbene oder aussterbende Sprachen wiederzubeleben. Das größte Erfolgsbeispiel hierfür ist Hebräisch: Lange Zeit nur noch als Schriftsprache und für religiöse Zeremonien verwendet, ist es heute die offizielle Sprache Israels.

Auch Sie spielen eine wichtige Rolle: Indem Sie Ihre Inhalte mit Übersetzungen in verschiedenen Sprachen anbieten, tragen Sie Ihren Teil dazu bei, Sprachen Stück für Stück zu erhalten.

Sie suchen nach einem:r Übersetzer:in für ausgestorbene Sprachen? Dies ist kein leichtes Unterfangen, aber auch kein unmögliches. Als Sprachdienstleister steht Ihnen ACT Translations auch bei außergewöhnlichen Anliegen gerne zur Seite.

Interessante Fakten zu den schwersten Sprachen oder beliebtesten Sprachen gibt es auf unserem Blog.

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