Warum Emojis übersetzt und lokalisiert werden sollten

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Ein schwangerer Mann, eine leere Batterie, Seifenblasen, ein salutierender Smiley: Was sich beim ersten Lesen wie eine wilde Ansammlung verschiedenster Begriffe anhört, sind nur einige der 37 neuen Emojis, die im September 2021 offiziell vorgestellt wurden. Wir alle nutzen die Smileys und Bildchen in unseren WhatsApp-, Signal- oder Facebook-Nachrichten, doch sind Emojis wirklich weltweit gleich zu verstehen? Sind sie die Lingua Franca, die Universalsprache? Die Antwort ist ein deutliches „Jein!“, denn obwohl viele Emojis von Nordeuropa bis Südafrika ähnlich interpretiert werden, gibt es auch manche, die in verschiedenen Kontexten, Kulturen und Ländern unterschiedliche Bedeutungen haben. Deshalb müssen auch Emojis übersetzt und von Experten wie etwa ACT Translations gedeutet und lokalisiert werden.

Aber starten wir von vorne: geschichtliche Emoji-Einordnung

Die Geburtsstunde der bunten Bildchen schlug 1999. Ihr Erfinder ist der japanische Designer Shigetaka Kurita. Japanisch gilt als besonders kontextreich und enthält viele Bedeutungsebenen. Daher verwundert es nicht, dass gerade in diesem Land eine Möglichkeit gesucht wurde, den Ton eines Textes anzuzeigen. Zunächst waren Emojis dabei auf japanische Telefone beschränkt. Doch als Apple das iPhone in Japan auf den Markt brachte, stellte das Unternehmen bald fest, dass es Emojis unterstützen musste, um in Japan konkurrenzfähig zu sein. Seit der iOS-Version 5 sind Emojis für iPhone-Nutzer auf der ganzen Welt verfügbar und andere Betriebssysteme folgten. Seit 2015 gibt es verschiedene Hautfarben für Emojis. Regionale Flaggen wurden 2017 eingeführt. Gleichgeschlechtliche Paare und gleichgeschlechtliche Familien sind bereits seit 2010 verfügbar. In der Version 2020/21 wurden auch nicht-binäre Optionen und Paare mit unterschiedlichen Hautfarben eingeführt. Sogar die Bibel als auch Shakespeare sind bereits in Emoji übersetzt worden.

Lachendes und weinendes Gesicht weit vorne

Zunächst ist jeder Emoji ein Entwurf, der einer finalen Zustimmung vonseiten des Unicode-Konsortiums bedarf. Aktuell haben wir die Version Unicode 14 und mit ihr 3.633 verschiedene Emojis. Der Freigabeprozess neuer Emojis dauert einige Monate. Das lachende und das weinende Gesicht sind laut Global Emoji Trend Report 2021 nach wie vor weltweit die beliebtesten Emojis. Das Spritzen-Emoji wird seit Ende 2020 deutlich häufiger genutzt als zuvor, was natürlich mit der Corona-Impfung zusammenhängt.

Kulturelle Unterschiede

Laut der Studie „An empirical study of emoji usage on Twitter in linguistic and national contexts“ verdeutlichen Emoji den menschlichen Zustand im Allgemeinen und stehen dafür, dass wir uns mehr ähneln als unterscheiden. Universelle Emotionen dominieren dabei. Allerdings gibt es durchaus auch Emojis, die in verschiedenen Ländern und Kulturen anders wahrgenommen werden. Darum müssen auch Emojis eingeordnet und ggf. übersetzt werden. Keith Broni aus Irland gilt als weltweit erster Emoji-Übersetzer. Er und mittlerweile auch andere übersetzen im Marketing verwendete Emojis, um so sicherzustellen, dass sie die richtigen Bedeutungen vermitteln und von der Zielgruppe nicht falsch interpretiert oder als beleidigend empfunden werden.

Ein paar Beispiele: Das Daumen-hoch-Symbol wird in vielen Ländern als Zeichen der Zustimmung verwendet, in Griechenland und im Nahen Osten wird es jedoch traditionell als vulgär und sogar beleidigend interpretiert. Ebenso wird in China das Engel-Emoji, das im Westen Unschuld oder eine gute Tat symbolisieren kann, als Zeichen für den Tod verwendet und kann als bedrohlich empfunden werden. Hinzu kommen international verschiedene Rankings: Während im englischen, französischen, deutschen oder auch indonesischen Sprachumfeld das Emoji mit den gefalteten Händen stets unter den ersten drei aller verwendeten Emojis rangiert, ist es im arabischen Sprachraum nur an neunter Stelle zu finden und gehört in Urdu überhaupt nicht zu den Top-Emoji. Das mag daran liegen, dass gefaltete Hände im arabischen Kulturraum nicht mit Beten in Verbindung gebracht werden. In Japan wiederum sind gefaltete Hände ein Zeichen des Danks und werden nicht unbedingt mit religiösen Aspekten in Verbindung gebracht.

Emojis werden anders angezeigt und interpretiert

Das kann zum einen technische Gründe haben: Ein und dasselbe Emoji kann auf verschiedenen Geräten ganz unterschiedlich aussehen. Und das bedeutet, dass die Nutzer es unterschiedlich deuten. Ein Smiley-Emoji, geschickt von einem iPhone, kann auf einem Android-Gerät zum Beispiel unglücklich aussehen. Eine von einem Android-Gerät gesendete Pistole wird auf dem Apple-Gerät zu einer Wasserpistole.

Hinzu kommen die bereits erwähnten kulturellen Unterschiede, die ebenfalls Beachtung finden müssen: So wird etwa das Applaus-Emoji in vielen westlichen Ländern verwendet, um Lob zu zeigen oder Glückwünsche auszusprechen. In China hingegen ist es ein Symbol für den Liebesakt. Das leicht lächelnde Emoji wird im Reich der Mitte auch nicht wirklich als Zeichen der Freude verwendet. Stattdessen drückt dieses Zeichen in China Misstrauen oder Unglauben aus und manchmal sogar, dass sich jemand über Sie lustig macht.

Was bedeutet das für Sie und die Ansprache Ihrer Kund:innen?

Unternehmen und Marken, die Emojis im Marketing einsetzen wollen, müssen immer genau wissen, wie kulturelle Unterschiede Botschaften verändern können. Emojis sind eben keine Universalsprache, sondern eher ein bildsprachliches Mittel, das unsere Sprache ergänzt.

Unsere Übersetzungsexperten können sowohl Worte als auch Bilder und Emojis so lokalisieren, dass Sie immer die richtige Botschaft an Ihre Zielgruppe weitergeben.

Wir helfen Ihnen gerne mit Ihren individuellen Übersetzungsanforderungen weiter.

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